24.04.17

Porträt: Barbra Streisand – Kampf um künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit

„Beim Film, wo alle Macht in den Händen von Männern liegt, werden teuflische Machtkämpfe ausgetragen. Wenn eine Frau den Dreh unterbricht, um sich die Nase zu pudern, dann ist man ungeduldig und rollt mit den Augen. Wenn ein männlicher Schauspieler die Dreharbeiten unterbricht, um sich die Haare zu kämmen, dann ist das in Ordnung. Ich spüre diese unterschiedliche Betrachtungsweise andauernd. Ich hatte Ideen, und ich habe sie ausgedrückt, aber weil ich eine Frau war, wurde ich missachtet. Es gibt dieses Vorurteil gegenüber Schauspielerinnen. Sie sollen hübsch aussehen und ihren Text aufsagen, dann ihren Mund halten und nach Hause gehen.
Quelle: Blu Ray Is' was, Doc? © Warner Home Video

21.04.17

Kinokritik: The Founder (USA 2016) – Einmal Big Mac ohne Moral

Jemand hier, der McDonald's nicht kennt? Falls ja, wird sich das mit diesem Film ändern.
Allen anderen bietet sich hier ein durchaus unterhaltsamer Abriss darüber, wie aus einer winzigen Burgerbratbude am Rande der Wüste das größte Fast-Food-Imperium der Welt wurde.
Das ist interessant erzählt und herausragend gespielt, filmisch jedoch etwas trocken und moralisch nicht sehr appetitlich im Abgang.
© Splendid / Tobis

20.04.17

Porträt: Helmut Käutner – Auf der Suche nach dem Guten im Menschen

„So ist das Werk Helmut Käutners von Diskontinuität geprägt. Er wechselte die Genres wie manche ihre Kleider wechseln, und er konnte es natürlich nie allen recht machen. So gibt es denn von Helmut Käutner am Ende elf Melodramen, zehn Komödien, sechs Zeitfilme, fünf Literaturverfilmungen, zwei Satiren und ein Biopic (LUDWIG II.). Aber gibt es einen Stil, der diese Genres verbindet? Das ist unter Filmhistorikern strittig.“
- Auszug aus der Rede im Zeughauskino zum 100. Geburtstag Helmut Käutners
Quelle: DVD "Derrick Collector's Box Vol. 1", Folge 6: "Nur Aufregungen für Rohn" © Universal

08.03.17

Kinokritik: Moonlight (USA 2016) – Entscheide, wer du sein willst

Drei Stationen eines ganz normalen Lebens – doch so zauberhaft erzählt, dass es einem fast wie ein Märchen erscheint.
Und das nicht von ungefähr. Denn MOONLIGHT berichtet aus einem Milieu, dessen Bewohner im Grunde keine Chancen erhalten; deren Leben vorherbestimmt sind – und erinnert uns gleichzeitig daran, dass wir selbst es in der Hand haben, wer oder was wir sein wollen. 
Warum das kleine, wunderbar unaufgeregte Drama tatsächlich einer der besten Filme des Jahres ist, und wieso er es dennoch so schwer haben wird, erklären wir euch in unserer Filmkritik.
© DCM

07.03.17

Train to Busan (KR 2016) – Siegeszug des Humanismus

„Ich habe mir diesen Film nicht ausgesucht, um mein Image anzupassen oder um eine neue Seite an mir zu zeigen. Stattdessen entschied ich mich dafür, weil es der erste Zombie-Blockbuster in Korea ist, und ich denke, es ist bedeutsam, neue Dinge im Kino auszuprobieren.”
- Yoo Gong
© Splendid Film/WVG