20.09.17

"Kino"kritik: Schneeflöckchen (D 2017) – Von Engeln, Zahnärzten und Kettensägen

SCHNEEFLÖCKCHEN ist vermutlich der beste deutsche Film des Jahres, und ihr werdet ihn mit einiger Wahrscheinlichkeit niemals im Kino sehen. Und warum? Weil deutsche Genrefilme im deutschen Kino keine Chance haben. Ein Jammer – den das Publikum sich selbst einbrockt. Denn besser als hier kann es eigentlich nicht mehr werden!
© Capelight Pictures

14.09.17

Stephen Kings Es (USA 1990) – Der Tag, an dem der Clown sein Lächeln verlor

“Ich verkörpere jeden Alptraum, den du je hattest. Ich bin der schlimmste Traum, der wahr geworden ist. Ich bin all das, wovor du dich je gefürchtet hast.”
– Pennywise, der tanzende Clown
© Warner Home Video

23.07.17

Retrospektive: Als der Weltkrieg Kasse machte - Die Ära der Kriegsepen im Kino

Über vierzig Jahre ist es her, dass Jahr um Jahr vor allem ein Thema das Publikum in Scharen in die Kinos zieht: Die großen, epischen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Ardennenoffensive, „Operation Market Garden, Dünkirchen, Luftschlacht über England; überall stehen Brücken die erobert oder zerstört, gebaut oder verteidigt werden wollen, Helden im Siegestaumel und am Rande der Niederlage, Gefangenenlager, Attentate, Intrigen und jede Menge Tod.
Kein Star jener Zeit kann sich dem Phänomen entziehen, viele von ihnen spielen nicht nur in einem großen Weltkriegsfilm mit, sondern in mehreren – der Bedarf an Topstars ist sonst kaum noch zu decken.
Und was häufig in Vergessenheit gerät: Nicht wenige der Filme gehen durchaus kritisch mit dem Selbstbild der Aliierten um, und bemühen sich, statt stumpf-böse Nazis zum Kanonenfutter zu verarbeiten, wenigstens ansatzweise objektiv die Perspektive der Deutschen einzubeziehen.
Wir blicken zurück auf eine Ära des Kinos, die eine menschliche Tragödie ungeahnten Ausmaßes finanziell, wie auch philosophisch verarbeitet ...
Quelle: Blu Ray „Die Brücke von Arnheim“ © Twentieth Century Fox

17.05.17

Kinokritik: Alien: Covenant (USA 2017) – Die Erschaffung der Zerstörung

Als Ridley Scott 2012 mit PROMETHEUS ins ALIEN-Universum zurückkehrt, versucht er etwas ganz neues. Statt reinem Monsterfilm soll PROMETHEUS ein im selben Universum angesiedelter philosophischer Science-Fiction-Streifen über die Frage sein, woher wir kommen – und wohin wir gehen.
Das fliegt ihm ordentlich um die Ohren. Unausgegorene Figuren am Rande der Dämlichkeit und eine narrative Struktur, die sich nie zwischen Monsterfilm und Philosophieausflug entscheiden kann, machten aus PROMETHEUS ein äußerst halbgares Experiment.
Jetzt hat Scott aus seinen Fehlern gelernt und versucht es noch einmal. ALIEN: COVENANT ist eine geglückte Fortsetzung von PROMETHEUS und bildet einen ungewöhnlichen, aber stabilen Hybriden, der manchmal ein bisschen Monsterfilm, aber immer eine bis obenhin mit Symbolismus vollgestopfte, philosophische Sci-Fi-Novelle ist.
© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

16.05.17

Serienblick: Twin Peaks (USA 1990) – Dämonen, Kaffee und die Revolution

Es ist besser, nicht zu viel darüber zu wissen, was Dinge bedeuten oder wie man sie deuten soll, sonst bekommt man zu viel Angst, Dinge einfach geschehen zu lassen. Psychologie zerstört das Geheimnis, die Art von magischer Qualität. Sie kann auf bestimmte Neurosen und bestimmte Dinge reduziert werden, und wenn man es erst einmal benannt und definiert hat, hat es seine geheimnisvolle Aura verloren, und damit das Potential für eine weite, unendliche Erfahrung.
- David Lynch
© Paramount (Universal Pictures)