17.05.17

Kinokritik: Alien: Covenant (USA 2017) – Die Erschaffung der Zerstörung

Als Ridley Scott 2012 mit PROMETHEUS ins ALIEN-Universum zurückkehrt, versucht er etwas ganz neues. Statt reinem Monsterfilm soll PROMETHEUS ein im selben Universum angesiedelter philosophischer Science-Fiction-Streifen über die Frage sein, woher wir kommen – und wohin wir gehen.
Das fliegt ihm ordentlich um die Ohren. Unausgegorene Figuren am Rande der Dämlichkeit und eine narrative Struktur, die sich nie zwischen Monsterfilm und Philosophieausflug entscheiden kann, machten aus PROMETHEUS ein äußerst halbgares Experiment.
Jetzt hat Scott aus seinen Fehlern gelernt und versucht es noch einmal. ALIEN: COVENANT ist eine geglückte Fortsetzung von PROMETHEUS und bildet einen ungewöhnlichen, aber stabilen Hybriden, der manchmal ein bisschen Monsterfilm, aber immer eine bis obenhin mit Symbolismus vollgestopfte, philosophische Sci-Fi-Novelle ist.
© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

16.05.17

Serienblick: Twin Peaks (USA 1990) – Dämonen, Kaffee und die Revolution

Es ist besser, nicht zu viel darüber zu wissen, was Dinge bedeuten oder wie man sie deuten soll, sonst bekommt man zu viel Angst, Dinge einfach geschehen zu lassen. Psychologie zerstört das Geheimnis, die Art von magischer Qualität. Sie kann auf bestimmte Neurosen und bestimmte Dinge reduziert werden, und wenn man es erst einmal benannt und definiert hat, hat es seine geheimnisvolle Aura verloren, und damit das Potential für eine weite, unendliche Erfahrung.
- David Lynch
© Paramount (Universal Pictures)

11.05.17

Porträt: Margaret Rutherford – Frühe Träume, später Ruhm

Sie werden nie einen Komödianten finden, 
der nicht auch einen starken Hang zur Traurigkeit hat.
Quelle: DVD „Blithe Spirit“ © Global Entertainment (Bisher keine deutsche Heimkinoauswertung)

24.04.17

Porträt: Barbra Streisand – Kampf um künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit

„Beim Film, wo alle Macht in den Händen von Männern liegt, werden teuflische Machtkämpfe ausgetragen. Wenn eine Frau den Dreh unterbricht, um sich die Nase zu pudern, dann ist man ungeduldig und rollt mit den Augen. Wenn ein männlicher Schauspieler die Dreharbeiten unterbricht, um sich die Haare zu kämmen, dann ist das in Ordnung. Ich spüre diese unterschiedliche Betrachtungsweise andauernd. Ich hatte Ideen, und ich habe sie ausgedrückt, aber weil ich eine Frau war, wurde ich missachtet. Es gibt dieses Vorurteil gegenüber Schauspielerinnen. Sie sollen hübsch aussehen und ihren Text aufsagen, dann ihren Mund halten und nach Hause gehen.
Quelle: Blu Ray Is' was, Doc? © Warner Home Video

21.04.17

Kinokritik: The Founder (USA 2016) – Einmal Big Mac ohne Moral

Jemand hier, der McDonald's nicht kennt? Falls ja, wird sich das mit diesem Film ändern.
Allen anderen bietet sich hier ein durchaus unterhaltsamer Abriss darüber, wie aus einer winzigen Burgerbratbude am Rande der Wüste das größte Fast-Food-Imperium der Welt wurde.
Das ist interessant erzählt und herausragend gespielt, filmisch jedoch etwas trocken und moralisch nicht sehr appetitlich im Abgang.
© Splendid / Tobis